Noch 1 Woche – Entspurt

Bei meiner Abmeldung meiner Wohnung im Rathaus fragte die Beamtin: “Welches Land erreichen sie denn als erstes nach Deutschland?” Ich: “Tja also Österreich, aber…”. Für den Deutschen Staat bin ich jetzt also ganz offiziell ein Auswanderer nach Österreich. So schnell kann es gehen.

Stell dir vor, du würdest deine Wohnung umziehen, in ein anderes Land auswandern, eigentlich gleich in mehrere, eine Generalüberholung deines Immunsystems machen, dein Schlafzimmer durch ein Zelt eintauschen, deinen Job durch das sitzen auf einem Fahrrad und du würdest überlegen wie du dir das am angenehmsten wie möglich machen kannst. Das nennt sich Radreisevorbereitung. Und wenn all diese Prozesse in ein paar Tagen abgeschlossen sein sollen, dann ist das das Ende der Radreisevorbereitung. Und an diesem Punkt bin ich gerade. Es ist im Moment schon ein bisschen stressig, es sollte nun wirklich alles möglichst glatt laufen und dann kann ich auch pünktlich am 5.5. los.

Ein Thema derzeit ist die Auslandskrankenversicherung. Ist es angeboren, dass man sich mit solchem Papierkram ungern beschäftig? Wahrscheinlich eher anerzogen. Ich mag es nicht, doch das liegt wahrscheinlich auch daran, dass man sich nur um seine Verischerungen kümmern muss, wenn etwas nicht so ist wie es soll.

Ein anderes ist mein Zelt, meine Klickpedalschuhe und mein Notebook zum Blogschreiben. Für all diese Dinge habe ich tatsächlich Sponsoren gefunden. Unglaublich, da ich vor Wochen noch in Internetforen gelesen habe, man müsse sich schon einiges einfalles lassen, um attraktiv für Sponsoren zu sein und es ist “nicht damit getan, von Alaska nach Feuerland zu reisen. Da muss schon etwas mehr auf dem Programm stehen”. Schön dass eine Reise von Bayern nach Baku reicht:) Und eine Webseite wie diese reicht anscheinend auch.

Heute stand ein Artikel über meine Radreise im Donaukurier, denn am Mittwoch hatte ich ein Interview mit einem Redakteur. Hier der Link: http://www.donaukurier.de/lokales/ingolstadt/Gesichter-und-Geschichten-Fuer-das-Fernweh-und-fuer-die-Oma;art599,3756159

Eigendynamiken. Da ist etwas und das wirkt auf sich selbst. Ich bin in meiner eigenen Radreise-Planungs-Welt und dadurch kommen die Dinge auf mich zu. Wer ein Haus baut, wird auch in der Zeit in der er nicht gerade plant, mauert oder mit den Gedanken beim Bau ist, Leute finden, die ihm beim Bau weiterhelfen können. Ich meine, dadurch, dass mein Fokus gerade sehr auf den Themen meiner Radreise liegt, entdecke ich auch viel was damit zu tun hat. Zum Beispiel Maria, die Siebzigjährige aus der Bahn, die mit mir nun den ersten Tag reisen wird. Ein Anderes Beipiel Lewin, ein Radreisender, mit dem mich ein Bekannter vernetzt hat, der ein paar Tage vor mir nach Indien aufbricht (hier stellt er sich auf seinem Blog vor: https://thefinestroad.wordpress.com/about-me/) Wir treffen uns vielleicht in Georgien. Ein drittes Beispiel ist der Türke, der uns beim Çiğ Köfte essen zuhört und dann einwirft, dass ich mir über die Temperaturen in der Nordtürkei am Schwarzen Meer keine Sorgen machen muss. Es sei dort sehr schön, grün und nicht zu warm. Ein viertes Beispiel ist, dass ich am Donnerstag eine SMS von zwei Franzosen bekam, die auf der Radreise von Istanbul nach Frankreich sind. Charlene (29) und Luc (30) sind genau wie ich bei Warmshowers.org angemeldet und würden gerne die Nacht von Freitag auf Samstag bei mir verbringen. Am Freitag Nachmittag kamen sie dann bei mir an und ich erfahre, dass sie über den Balkan und dann entlang der Donau gekommen sind. So wie ich bald fahren werde, nur in die andere Richtung. Sie haben auch einen französischsprachigen Blog: https://www.lechodesantipodes.fr/ Auf die Landschaften, die man auf den Bildern ihres Blogs sieht kann ich mich also schon einmal freuen. Die Kroatische Küste können sie mir allerdings nicht empfehlen, wegen der Autos. Ich soll es mal im Landesinneren versuchen. Ich könnte noch weitere Beispiele anfügen, doch jetzt muss ich zur Arbeit…

 

 

 

 

 

Kommentare

  1. Lewin John

    Haha schöner Artikel in der Zeitung! Eine ganze Seite haben sie deiner Tour gewidmet, Respekt! 🙂
    Danke für das Erwähnen meines Blogs, auf dass man sich unterwegs trifft!

    Beste Grüße
    Lewin

    1. Autor
      des Beitrages
      HannesPeter

      Hallo Lewin, den Kommi hab ich jetzt erst gesehen. Ja, es war eben auch ein Redakteur und eine Fotografin da. Das war schon ein ordentlicher Pressetermin bei mir daheim im Garten. Er hat sich sogar fast eine halbe Stunde Zeit genommen.
      Gerne doch. Das liegt daran ob du mir wegfährst oder ich dir auf den Fersen bleibe;)
      Grüße Hannes

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